Die wichtigsten Informationen zum Bodenseeschifferpatent

Voraussetzung für das Segeln auf dem Bodensee ist das Bodenseeschifferpatent
© Elvira Schäfer – Fotolia.com

Das Bodenseeschifferpatent ist der Sportbootführerschein für den Bodensee. Es ist die offizielle deutsche Bezeichnung zur Führung eines patentpflichtigen Fahrzeugs (z.B. Motorboot oder Segelboot) auf dem Bodensee.

Das Bodenseeschifferpatent ist für das Befahren des Bodensees mit einem Wasserfahrzeug zwingend erforderlich und unterscheidet sich nur wenig von anderen Regeln auf europäischen Binnengewässern. Für eine befristete Dauer von einem Monat kann auch das so genannte Ferienpatent beantragt werden. Voraussetzung für die Bewilligung des Ferienpatens ist die Vorlage eines amtlichen Befähigungsnachweises (z.B. Sportbootführerschein Binnen).

Wer sich direkt für das Bodenseeschifferpatent und nicht erst für den Sportführerschein Binnen entscheidet hat den Vorteil, dass er gegen eine geringe Gebühr den Sportführerschein Binnen ohne weitere Prüfung beantragen kann.

Kategorien des Bodenseeschifferpatentes

Das Bodenseeschifferpatent gibt es in verschiedenen Kategorien:

Kategorie A → Fahrzeuge mit Maschinenantrieb über 4,4 kW / 6 PS
Kategorie D → Segelfahrzeuge mit einer Segelfläche über 12 m².

Zusätzlich gibt es noch die Kategorien B für Fahrgastschiffe und C für Güterschiffe.

Erwerb des Bodenseeschifferpatentes

Das Bodenseeschifferpatent kann durch das Bestehen einer theoretischen Prüfung und einer praktischen Prüfung erworben werden. Beide Prüfungen müssen dabei innerhalb von 12 Monaten abgelegt und bestanden worden sein.




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Theoretische Prüfung zum Bodenseeschifferpatent

Die Vorbereitung auf die theoretische Prüfung zum Bodenseeschifferpatent kann bei einer Segelschule oder aber auch im Selbststudium erfolgen. Für das Selbststudium ist das Buch »Bodenseeschifferpatent kompakt: Motorboot und Segelboot. Mit offiziellen Prüfungsfragen«* empfehlenswert.

Wer lieber am PC lernen möchte kann zur »Lernsoftware Bodenseeschifferpatent 2014« greifen. Die Software enthält den Fragenkatalog für die Theorieprüfung zum Bodenseeschifferpatent Motor (Kategorie A), Segeln (Kategorie D), sowie des Hochrheinpatentes und eine Prüfungs-, Statistik- und Druckfunktion.

Die Prüfung selbst erfolgt im Multiple-Choice-Verfahren unter Berücksichtigung von verschiedenen Themengebieten wie z.B. Schifffahrtszeichen, Schallzeichen oder Wetterkunde. Die Prüfung für das Bodenseeschifferpatent D (Segeln) ist dabei etwas umfangreicher als die zum Bodenseeschifferpatent A.

Praktische Prüfung zum Bodenseeschifferpatent

Für die Vorbereitung auf die praktische Prüfung zum Bodenseeschifferpatent sind Fahrstunden bei einer Segelschule / Motorbootschule notwendig. Die Prüfung selbst erfolgt dann direkt auf einem Boot, welches vom Prüfling zu stellen ist. Dies übernimmt im Normalfall aber die Segelschule / Motorbootschule.

Bei jeder Prüfung wird das Binden bestimmter Knoten (z.B. Palstek, Kreuzknoten oder das Belegen an einer Klampe) geprüft. Das Beherrschen der Knoten ist eine zwingende Voraussetzung für das Bestehen der Prüfung zum Bodenseeschifferpatent. Aus diesem Grund und weil die Knoten später für die Praxis wichtig sind ist zum Üben ein entsprechendes Buch empfehlenswert. Ich empfehle »Sailor’s Takel-Box: Der Knotenkurs für Einsteiger«* oder die »Die Knotenbox«* mit 50 Knotenanleitungen auf einzelnen Karten. Beide Artikel haben den Vorteil, dass Seile zum Üben beiliegen. Dies sollte nicht unterschätzt werden, weil das üben der Knoten mit anderen Hilfsmitteln teilweise schwerer oder nicht möglich ist.

Auf dem See müssen dann während der praktischen Prüfung verschiedene Manöver gefahren werden. Hierbei gibt es wieder Unterschiede zwischen dem Bodenseeschifferpatent A (Motorboot) und Bodenseeschifferpatent D (Segelboot). Zu fahrende Manöver sind z.B. Das “Mann über Bord”-Manöver oder das Anlegen Backbord und Steuerbord. Zum Vertiefen der Manöver und als praktisches Nachschlagewert später bei der Praxis an Bord ist für das Bodenseeschifferpatent A das »Handbuch für Motorbootfahrer«* empfehlenswert. Die grundlegenden Fahrmanöver sowie weitere Grundlagen wie z.B. Seezeichen, Ausweichregeln, Lichterführung oder auch Sicherheit werden im Buch mit vielen Abbildungen erklärt.

 

Voraussetzungen für das Bodenseeschifferpatent

Für Zulassung zur Prüfung zum Bodenseeschifferpatent müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. So muss der Prüfungsteilnehmer z.B. das Mindestalter von 18 Jahren für das Bodenseeschifferpatent A (Motorboote) sowie Mindestalter von 14 Jahren für Bodenseeschifferpatent D (Segelboote) erreicht haben.

Des Weiteren ist für das Bodenseeschifferpatent ein aktuelles Lichtbild (für den Ausweis) sowie ein amts- oder fachärztliches Zeugnis über die Schiffstauglichkeit notwendig.

Weitere Informationen zum Bodenseeschifferpatent

Weitere Informationen zum Bodenseeschifferpatent sind z.B. beim Landratsamt Bodenseekreis, bei Landkreis Konstanz oder Landkreis Lindau zu finden.

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Bodenseeschifferpatent kompakt – Buchvorstellung mit Verlosung

Das Buch Bodenseeschifferpatent kompakt* ist eine Übungslektüre für die Prüfung zum Bodenseeschifferpatent, dem Sportbootführerschein für den Bodensee (Motoboot und Segelboot). Die Autoren Matthias Wasserman und Nico Simschek betreiben selbst eine Segelschule am Bodensee und möchten in Ihrem 261 Seiten starken

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Bodenseeschifferpatent umschreiben zum Sportbootführerschein Binnen

Wer die Prüfung zum Bodenseeschifferpatent (A oder D) abgelegt hat, kann prüfungslos sein Bodenseeschifferpatent umschreiben / ergänzen lassen zum Sportbootführerschein Binnen. Es wird lediglich eine Erteilungsgebühr in Höhe von zzt. 14,- € (Stand 20.10.2012) fällig.

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8 Kommentare

  • 3. Dezember 2012 um 22:41
    Permalink

    Hallo Herr Hillwig,

    Tolle Seite die Sie hier aufgebaut haben. Gefällt mir sehr gut. Würde mich freuen wenn sie auch unsere segelschule, die segelschule Kressbronn verlinken wurden.

    Beste gruesse vom Bodensee ihr

    Matthias Wassermann
    Segelschule kressbronn

    Antworten
    • 4. Dezember 2012 um 10:09
      Permalink

      Hallo Herr Wassermann,

      vielen Dank! Ich habe Ihren Link gerne aufgenommen.

      Viele Grüße
      Daniel Hillwig

      Antworten
  • 21. April 2014 um 13:03
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    Warum gibt es 2 Lösungen für die gleiche Frage beim BSP, bzw. was ist der Unterschied der Fragestellung?

    Wie lange müssen Sie die Ankerkette stecken?
    – Mindestens 3 fache Wassertiefe
    ####
    Wie lang muss eine Ankerleine gesteckt sein, wenn bei normalen Grund- und Wetterverhältnissen geankert wird.
    – Mindestens 5fache Wassertiefe

    Antworten
    • 21. April 2014 um 21:21
      Permalink

      Hallo Jürgen,

      danke für Deine Frage!

      Leider kann ich Dir darauf auch keine 100%ige Antwort geben. Habe bei Google jetzt auch nichts konkretes gefunden. Ich glaube allerdings, dass es an der unterschiedlichen Beschaffenheit der Materialien (Kette vs. Leine) liegt.

      Gruß
      Daniel

      Antworten
      • 7. Mai 2014 um 23:02
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        Hallo, genau daran liegt das. Kette ist schwerer, dadurch ergibt sich ein tieferer Bogen in Bodennähe und dadurch ein lateraler Zug am Anker. Bei Leine hingegen muß diese länger sein, um ähnliche Hebelverhältnisse herzustellen.

        Antworten
  • 2. Juni 2014 um 23:03
    Permalink

    Hallo und schönen Tag!
    Ich habe gelesen, dass die Prüfung “grundsätzlich” im Land des Hauptwohnsitzes stattfinden muss.
    Banale Frage: kann ich die Prüfung auch in Deutschland machen, auch wenn ich in der Schweiz bzw. in Österreich meinen Hauptwohnsitz habe. Was heisst “grundsätzlich”?

    Danke

    Antworten
    • 2. Juni 2014 um 23:32
      Permalink

      Hallo Marc,

      die Regelung ist eigentlich so, dass das Bodenseeschifferpatent nur vom Wohnsitzstaat erteilt werden darf. Mit einer Bewilligung des zuständigen Heimat-Schifffahrtsamt darf dies in Deinem Fall aber auch in Deutschland erfolgen.

      Alle Informationen dazu findest Du hier: http://www.lrakn.de/pb/,Lde/988121.html

      Gruß
      Daniel

      Antworten
      • 3. Juni 2014 um 20:08
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        Vielen lieben Dank!

        Das hilft mir sehr

        lg Marc

        Antworten

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